People matter in UX, not processes

Wenn ich mir die noch junge Welt der UX ansehe, sehe ich einen Fehler, den ich schon einmal gesehen habe.

Das agile Manifest

Image © https://agilemanifesto.org

In den frühen 2000er Jahren waren Agilität und Scrum en vogue. Jeder wollte Scrum machen, weil alle anderen Scrum machten, und weil Agilität das Richtige war. Aus diesem Wunsch entstand eine neue Art von Scrum-Beratern, die einen monotonen Prozess anboten und die Teams bei der Anpassung an diesen Prozess unterstützten. Diese Berater nahmen ihren Prozess und setzten ihn in jedem Team ein, egal ob er für dieses Team die beste Lösung war.

Jetzt wo UX auf dem Vormarsch ist, sehe ich das gleiche Muster. Alle wollen "UX" und das schafft einen Markt. Dieser Markt ist voller Berater, die ihren standardisierten UX-Prozess haben, den sie verkaufen. Nun, hier ist das Problem: Weder Agilität noch UX erlauben einen starren Prozess. Das agile Manifest hat Recht:

Menschen und Interaktionen vor Prozessen und Tools

Design thinking

Genauso wie ich nicht geglaubt habe, dass Scrum die Antwort auf alles ist, glaube ich jetzt fest daran, dass es keinen Standardansatz für UX gibt. Natürlich gibt es Muster: Feldstudien können nützliche Ergebnisse zu liefern. Kontextbezogene Untersuchungen können den Rahmen für die gesamte User Experience vorgeben. Wireframes können zu konkretisieren, was vorher abstrakt war. Prototypen eignen sich zur Bewertung von Ideen oder Ansätzen. Aber diese Methoden in einem Standardprozess mit einer festen Reihenfolge zu kombinieren, ist nicht hilfreich – im Gegenteil – es ist schädlich. Es hindert uns daran, in Frage zu stellen, welche Methode gerade jetzt nützlich ist, unserem Team zuzuhören und herauszufinden, welche nächsten Schritte für das Projekt am besten funktionieren.

Selbst bei Projekten, die die sehr ähnlich sind, müssen wir aus unserem Werkzeugkasten verschiedene Methoden und unterschiedliche Kommunikationsstile auswählen, um wirklich erfolgreich zu sein. Wenn ich also nach „unserem“ UX-Prozess gefragt werde, lautet die ehrliche Antwort: „Das kommt darauf an". Denn wir nehmen all die Erfahrung, die wir haben, und nutzen sie, um uns an die jeweilige Situation anzupassen. Wir sind Gestalter! Es ist unsere Aufgabe, in die Schuhe eines anderen Menschen zu treten und flexibel zu sein - oder, ich wage ich es zu sagen, agil!

Veröffentlicht von Sebastian am 24.06.2019

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