Wie gut ist mein Produkt?

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Software und digitale Produkte erfordern eine stetige Qualitätskontrolle. Zum einen will man vergleichen, wie das Produkt über mehrer Iterationen abschneidet. Zum anderen will man feststellen, ob das Produkt von Nutzern verstanden und angenommen wird. Es gibt einige Metriken, um Statistiken zu erfassen und die Produktqualität nach wissenschaftlichen Standards zu messen. Wir stellen die wichtigsten vor und zeigen Vor-und Nachteile. Natürlich gibts auch einige Beispiele und wie wir feststellen konnten, dass unser Produkt gut ist. Wie wir dieses „gut“ definieren und welche Produkte wir vielleicht auch nicht so toll finden, hört ihr in der aktuellen Episode von „Software für Menschen“.

Welche Methoden zum Messen von Softwarequalität gibts?

Es gibt drei verschiedene Kategorien der Metriken, um Softwarequalität zu erfassen. Es gibt erfahrungsbasiert, verhaltensbasierte und wertbasierte Metriken.

Erfahrungsbasierte Methoden

Erfahrungsbasierte Metriken und KPIs sind qualitative Aussagen von NutzerInnen. Zum Beispiel: eine Befragung zur Weiterempfehlung eines Produkts ist so eine erfahrungsbasierte Metrik. Eine andere Möglichkeit ist die Befragung mittels eines Fragebogen zum Nutzererfahrung mit dem Produkt. Das kann schon einen ganz guten Aufschluss über die Zufriedenheit (Customer Satisfaction) mit dem Produkt geben, ist aber oft eine subjektive Produktannahme. NutzerInnen können unzufrieden mit einem Produkt sein , es aber trotzdem nutzen, weil es keine Alternative gibt oder sie sich an die „Macken“ bereits gewohnt haben.

Erfahrungsbasierte Methoden sollten aus unserer Sicht nicht als alleinige Methode gewählt werden, sondern mit anderen Methoden kombiniert werden.

Verhaltensbasierte Methoden

Klassische Statistiken zur Produktqualität und dem Nutzerverhalten lassen sich in Usability Test erheben. Klassischerweise gibt es da Metriken wie die Task Success Rate, die Time on Task Rate und die Error Rate.

Die Task Succes Rate ermittelt sich folgender maßen: NutzerInnen bekommen eine vorgegebene Aufgabe, die sie mittels der Software lösen sollen. Nun könnt ihr mesen, wie viele NutzerInnen die Aufgabe abschließen. Diesen Test kann man beispilsweise alle paar Interationen durchführen.

Unter den erfolgreich abgeschlossenen Aufgaben kann man zusätzlich die Zeit messen, die es dafür braucht. Aber Vorsicht: nicht immer sollte eine schnelle Time on Task Rate das Ziel sein. Nehmen wir an, die UX eines Online Shops fürhrt zu sehr schnellen und unüberlegten Käufen für die NutzerInnen, kann das Probleme nach sich ziehen. KäuferInnen kaufen etwas, das sie nicht brauchen und es kommt zu einer überhöhten Anzahl von Rücksendungen. Auch Social Media manipuliert NutzerInnen, möglichst lange auf ihrer Plattform zu verbleiben. Das ist ein allgemeines Problem, weil es dem Nutzer u.U. keinen Mehrwert bietet, diese Plattform stundenlang zu nutzen.

Trotz dessen, dass der Task (NutzerInnen lange auf einer Plattform scrollen lassen) erfüllt ist, spricht das aus unserer Sicht nicht für eine gute Qualität.

Wertbasierte Methoden

Das soeben beschriebene Problem lässt sich umgehen, wenn man wertbasierte Methoden dazunimt, um Softwarequalität zu evaluieren. Hier geht es darum: habe ich einen konkreten Wert mit meinem Produkt geschaffen?

Dieser Wert ganz ganz unterschiedlich ausfallen, aber es gibt mehrer Gemeinsamkeiten. Der Wert ist sichtbar für NutzerInnen, das Produkt verbessert ein stückweit ihr Leben, sei es im privaten oder im Business Kontext.

Zum Beispiel: unser neues Bedienpanel macht Arbeitsabläufe 3 mal schneller und reduziert die Fehlerrate um 50%. Das ist ein konkreter Wert.

Wir finden: einwirklich gutes Produkt muss diesen Wert schaffen und leider werden wertbasierte heute häufig vernachlässigt. Also: prüft am besten welchen Wert euer Produkt bietet und versucht mehr an dem konkreten Wert für NutzerInnen zu arbeiten. Dann wird euer Produkt großartig und löst reale Probleme!

Veröffentlicht von Lisa Gorelik am 12.02.2021

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