Meine einjährige Reise nach dem Coding Bootcamp

Vor etwa einem Jahr habe ich ein Coding Bootcamp absolviert und bin jetzt eine glückliche Entwicklerin bei Interfacewerk. Es gibt viele Artikel über Bootcamps, aber sehr wenig wird darüber geschrieben was danach kommt.

Deshalb möchte ich ein bisschen über mein erstes Jahr nach dem Abschluss erzählen. War es spannend und aufregend? Ja. War es schwierig und frustrierend? Auf jeden Fall. Denkt einfach daran, dass mein erstes Jahr als Programmierer vielleicht nicht so aussieht, wie eures aussah oder aussehen wird.

Einfach Entwicklerin werden

Wie viele andere die sich für eines dieser Programme entscheiden, war ich mit meinem damaligen Job unzufrieden und suchte nach einer beruflichen Veränderung. Ich habe einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und habe in verschiedenen Branchen gearbeitet, aber der Bereich, der mich am meisten in seinen Bann zog, war die Welt der Softwareentwicklung.

Back to school

Ich habe einige Freunde, die in der IT-Branche arbeiten und mir immer von ihren coolen Büros, den Annehmlichkeiten und den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten erzählten und wie sehr sie ihren Job im Allgemeinen liebten. Die Idee ein Programmier-Bootcamp zu machen, hatte ich also schon seit ein paar Jahren im Hinterkopf. Nachdem ich einige einfache Online-Tutorials gemacht hatte, habe ich gemerkt, dass es mir wirklich Spaß machte, herauszufinden wie man verschiedene Elemente zusammenfügt und sie zu einer Webseite werden, und dass JavaScript nicht das große, furchterregende Ding war, für das ich es hielt.

Also beschloss ich Ende 2019, es zu versuchen, und meldete mich zu einem Bootcamp bei Ironhack an. Eine Freundin hatte das auch schon gemacht und tolle Ergebnisse erzielt, also war ich zuversichtlich, dass ich es auch schaffen würde. Meine Erfahrung im Bootcamp war wie aus dem Lehrbuch: Ich arbeitete 60 Stunden pro Woche (einschließlich vieler Stunden der Hoffnungslosigkeit), ich aß eine Menge Takeouts von Uber Eats und ich vergaß die Bedeutung von Schlaf.

Bootcamp Presentation

Die ersten Schritte waren nicht einfach, da ich viele Konzepte nicht verstand und mir die ganze Zeit etwas dumm vorkam. Aber jeden Tag verstand ich ein bisschen mehr, ich fing an Spaß zu haben, besonders bei der Arbeit an den verschiedenen realen Projekten, die wir während des Bootcamps erledigen mussten, und ich begann das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Schließlich nach zweieinhalb Monaten, fühlte ich mich bereit, meine Karriere als Entwickler zu starten

Bootcamp Pic

Nach dem Coding Bootcamp: Wie findet man eigentlich einen Job?

Hier kommt der Realitätscheck: die gefürchtete Jobsuche. Ich bereitete mich vor so gut ich konnte. Ich stellte sicher, dass mein LinkedIn-Profil gut aussah und mein GitHub-Profil voller grüner Punkte war, ich richtete eine Portfolio-Website ein und meldete mich bei verschiedenen Recruiting-Plattformen an. Kurz gesagt, ich tat alles, was mir einfiel, um einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Die Realität ist, dass es wahrscheinlich extrem schwierig sein wird, den ersten Job als Entwickler zu finden. Besonders, wenn man es inmitten einer globalen Pandemie möchte. Ich begann, alles infrage zu stellen: War es nur die Tatsache, dass ich keine Erfahrung in diesem Bereich hatte? Oder vielleicht auch die Tatsache, dass ich mich auf Stellen in Amsterdam beworben hatte und nur Grundkenntnisse in der niederländischen Sprache besitze? Oder war vielleicht etwas mit meinem Lebenslauf nicht in Ordnung? Es war nicht sehr ermutigend, aber ich bewarb mich weiter auf Jobs, und zwar auf viele.

Ein mühsamer Start

Nach vielen Bemühungen und Frustrationen habe ich es geschafft, meinen ersten IT-Job zu bekommen, ein Praktikum in einer Digitalagentur. Der Job sollte eigentlich nicht remote sein, aber aufgrund der Ausnahmesituation durch Covid-19 war er das größtenteils.

Die ersten paar Tage waren überwältigend: Ich merkte, dass das Bootcamp mich zwar auf die Jobfindung vorbereitet hatte, aber nicht unbedingt darauf, wie man den Job macht. Selbst einfache Dinge wie die Datenstruktur sahen in dieser realen Umgebung, meilenweit entfernt von der Sicherheit des Bootcamps, kompliziert aus.

Das Einfache schien schwierig, das Komplexe unmöglich. Es geht nichts über eine Git-Fehlermeldung, um eine neue Programmiererin das Fürchten zu lernen – und das am ersten Arbeitstag. Und ich bekam es mit leichten Anflügen des Hochstapler-Syndroms zu tun. Zu allem Überfluss wurde mir vier Monate nach Beginn des Abenteuers mitgeteilt, dass es aufgrund der schwierigen Situation mit Covid-19 nicht genug Budget gab, um mich und die anderen Praktikanten zu beschäftigen. Lange Rede, kurzer Sinn: Mit ein bisschen mehr Erfahrung im Gepäck war ich auf dem Weg zurück auf den Arbeitsmarkt!

Die zweite Jobsuche: Nicht jede Agentur ist gleich

Nachdem ich die letzte Runde von Interviews mit ein paar Unternehmen erreicht hatte, entschied ich mich für einen Remote-Job bei einer anderen Agentur: interfacewerk. Zuerst war ich etwas skeptisch, für eine weitere Agentur zu arbeiten, aber ich hatte schnell vertrauen ins Team (zumindest an die, die ich vor dem Start kennengelernt hatte) und sie überzeugten mich davon, mit ihnen zu arbeiten. Es war definitiv eine gute Entscheidung und der richtige Ort.

Ich darf an wirklich interessanten Projekten und Features arbeiten (und nicht nur mit einfachem CSS und Html) mit kompetenten und freundlichen Kollegen, die immer da sind, wenn ich Hilfe brauche. Ich habe das Gefühl, dass alles, wofür ich im letzten Jahr hart gearbeitet habe, sich endlich auszahlt.

Jetzt, nach 3 Monaten, bin ich immer noch begeistert, bei Interfacewerk zu arbeiten und neugierig, wie sehr ich mich hier weiterentwickeln werde. Ich lerne täglich neue Dinge und verbessere meine Coding-Skills. Und ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich jetzt ein besserer Entwickler bin als damals, als ich angefangen habe.

Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen!

Natürlich gibt es in meinem Alltag noch viele Konzepte, die für mich völlig neu sind und Dinge, die ich noch lernen muss. Was ich zum Beispiel erst kürzlich erkannt habe ist, dass man nicht so schnell sein kann wie alle anderen. Wenn ich mich umschaue und sehe, wie andere Menschen Aufgaben in der Hälfte der Zeit erledigen, die ich dafür brauchen würde, kann das sehr entmutigend sein.

Stop

Aber das sind Leute, die schon seit Jahren in der Branche sind, also macht es für keinen Sinn mich mit ihnen zu vergleichen. Während ich diese Welt entdecke, wird mir immer bewusster, wie riesig sie ist und was ich alles noch nicht weiß - was manchmal ziemlich überwältigend sein kann. Als Junior Entwicklerin ist eines meiner Probleme, dass ich zu viele offene Fronten habe und nicht weiß, was ich als Nächstes lernen soll. 

Und jetzt, ein Jahr nachdem ich mein Bootcamp beendet habe, was habe ich gelernt?

Es war es absolut wert! Es war ein überaus herausforderndes Abenteuer, manchmal entmutigend und frustrierend, aber gleichzeitig auch eine spannende und positive Erfahrung. Außerdem hat es mir geholfen, sowohl beruflich als auch persönlich weiterzukommen. Es gab mir das Selbstvertrauen, harte Herausforderungen anzunehmen und zu bestehen! 

Wenn mein früheres Ich von Anfang 2020 mich heute sehen würde, wie ich kryptische Codezeilen schreibe, würde sie wahrscheinlich nicht glauben, was sie sieht und wäre ziemlich stolz. Es ist verrückt, was für Fortschritte ich gemacht habe!

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